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Hoffnung für dunkle Tage

Der November gilt seit jeher als Monat des Totengedenkens – und mit seinen vielen grau verhangenen Tagen (der Norden der Republik liegt seit Wochen unter so einer aufs Gemüt drückenden Glocke) liegt das auch nahe. Dabei kann man das Andenken an die Verstorbenen durchaus auch anders feiern – wie das bunte und laute mexikanische Totenfest Ende Oktober/Anfang November beispielhaft vormacht. Und vielleicht ist gerade diese heitere Fröhlichkeit voller Musik und Ausgelassenheit, die von diesem Fest ausgeht, durchaus angemessener als die bleierne Schwere, mit der wir hierzulande den Totensonntag begehen. 

Sterben und Tod sind zum Glück seit einiger Zeit nicht mehr so sehr tabuisiert wie in den vergangenen Jahrzehnten. Dazu beigetragen haben zahllose Bücher über diesen Übergang vom Diesseits in eine andere Welt (drei davon habe ich selbst mit beigetragen: “Die 7 Geheimnisse guten Sterbens”, “Anleitung zum guten Sterben” und “Den Tod muss man leben”). Die Diskussionen um assistierten Suizid und ein Selbstbestimmungsrecht auch für die letzten Lebenstage und -stunden taten ein Übriges. 

Vor kurzem ist ein Buch erschienen, das den Blick auf das Sterben und die damit verbundenen philosophischen, ethischen und grundsätzlichen Fragen noch erheblich weiter weitet. Der ungarische Psychologe Prof. Dr. Alexander Batthyány, Direktor des Viktor-Frankl-Forschungsinstituts für theoretische Psychologie und personalistische Studien an der katholischen Pázmány-Péter-Universität in Budapest, hat sich eines Phänomens angenommen, das den Wissenschaftlern in aller Welt schon seit langem Rätsel aufgibt: der “terminalen Geistesklarheit”, die viele Menschen kurz vor ihrem Tod noch einmal erlangen. Auffällig ist das vor allem bei Menschen, die in den Jahren und Monaten davor nicht mehr ansprechbar waren (z.B. durch eine schwere Demenz), dann aber wenige Stunden geistig noch einmal völlig klar und zugänglich werden, um kurz darauf zu verscheiden. Batthyány verbindet dabei einen Überblick über das aktuelle Wissen um dieses Phänomen mit zahlreichen Beispielen, auch aus der Nahtodforschung, was dem Buch nicht nur die nötige Seriosität eignet, sondern auch eine leichte Lesbarkeit. Was früher nur staunend anekdotisch dokumentiert wurde, ist dank seiner Forschung nun greifbarer geworden. Und einmal mehr wird daran deutlich, dass an diesen Dingen mit einer materialistischen Sichtweise allein nicht beikommt. 

Batthyány bezieht sich dabei auch auf das Vermächtnis seiner drei großen Lehrer, bei denen er in den 1990er Jahren noch studieren konnte: John C. Eccles, Viktor E. Frankl und Elisabeth Kübler-Ross. Er schreibt: “Diese drei Lehrer haben Generationen von Studenten und künftigen Wissenschaftlern ermutigt, ja geradezu aufgefordert, unter keinen Umständen den Glauben a die unveräußerliche Würde, Freiheit und Verantwortung des Menschen aufzugeben; niemals im Menschen nur eine wunderbar komplexe Maschine - aber eben doch nur eine Maschine - zu sehen, sondern stets ein einmaliges und einzigartiges Ich. Unsere Frage sollte niemals lauten: Was ist der Mensch? Sie sollte lauten: Wer ist der Mensch – und auf was hin, warum ist er?” 

Es ist ein Buch, das gerade in den jahreszeitlich dunklen Tagen, vor allem in diesen dunklen Tagen unserer Zeit Hoffnung vermittelt und Zuversicht. Ein Buch, das ermuntert, den Blick zu weiten und das vorgeblich Unfassbare neu und anders zu fassen. 

Alexander Batthyány: Das Licht der letzten Tage 
288 Seiten, Hardcover
Übersetzung aus dem Ungarischen: Horst Kappen
O.W. Barth Verlag, München
 

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Die Grenzgängerin

Es gibt kaum etwas Besseres, als von Originalquellen etwas zu erfahren, was man sonst nicht unbedingt erleben könnte. So geht es einem auch mit diesem Buch. Hadley Vlahos, Krankenschwester und Fachkrankenpflegerin für Hospizpflege aus der Nähe von New Orleans in den USA, fasst in diesem Buch ihre vielfältigen Erlebnisse zusammen. Damit führt sie uns in Gefilde, die wir sonst gerne zu vermeiden wissen und uns gerne drum herum schummeln: die letzten Tage im Leben eines Menschen. Erlebnisse im Grenzgebiet zwischen Leben und Tod, im Niemandsland. Es sind zwölf berührende Geschichten von Menschen, wie sie in ähnlicher Form in aller Welt tagtäglich stattfinden. Leider viel zu oft nicht in der nötigen Würde, mit der nötigen Pflege und dem unabdingbaren Verständnis für diese ganz besonderen Monate, Wochen, Tage, Stunden. 

Warum es so oft Erfahrungen von Fachleuten aus anderen Ländern sind – hier aus den USA –, zeigt, dass das Thema in Europa, und vor allem in Deutschland, immer noch weitgehend tabuisiert wird. Zwar gibt es inzwischen deutlich mehr Literatur zum Thema Sterben und Tod, aber was dabei konkret passiert, wie die Menschen sich fühlen, was sie brauchen, woran es immer noch hapert, das bleibt eben doch weitgehend im Dunkeln, im Bereich der Scham, des Vermeidens, der Abwehr. Und es sind gerade die Kranken- und Palliativschwestern, die sich hier engagieren und den Mund aufmachen, um das Ganze aus der Tabuzone herauszuholen. 

Zwölf Fallgeschichten hat Hadley Vlahos als Grenzgängerin zwischen den Welten hier zusammengetragen. Es sind zu Herzen gehende Erlebnisse, die genauso gut auch hierzulande hätten geschehen können. Und doch wieder nicht, denn die schrankenlose Offenheit, mit der Vlahos hier berichtet, diese schutzlose Ehrlichkeit, bringen nur wenige Menschen auf. Es ist aber gerade dies das große Pfund, mit dem dieses Buch wuchern kann. Weil es so echt ist. Weil es so gnadenlos aufrichtig ist. Weil jede und jeder sofort versteht, worum es geht und worauf es ankommt. 

Deshalb sei diesem Buch eine weitestmögliche Verbreitung gewünscht – wir alle können daraus lernen. Und uns kann es, wenn es dann soweit ist und uns die Gnade des bewussten Abschiednehmens aus diesem Erdenleben vergönnt sein sollte, ermutigen, rechtzeitig die Weichen zu stellen und für eine adäquate Umgebung für diesen Himmelsgeburtstag zu sorgen, der genauso wichtig und gestaltbar ist wie der Eintritt in das Leben selbst, die Geburt. “Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch; wenn ein Mensch stirbt, wird er Geist” – das sagte einst Novalis (1772–1801) so weise. Hier liegt ein Zeugnis vor, dass er damit nur allzu recht hatte. 

Hadley Vlahos: Zwischen den Welten
Was ich als Hospizschwester über die Grenze zwischen Leben und Tod gelernt habe. Zwölf unvergessliche Erlebnisse. 
288 Seiten, Hardcover 
22 Euro 
Kösel Verlag, München 

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Pflichtlektüre

Es ist ein Buch, das gegen den Strich bürstet. Ein Buch, das aufwühlt und nachdenklich macht. Das historische Zusammenhänge aus jüngster Vergangenheit verständlich darlegt. Das verdeutlicht, dass es heute um alles andere geht als "kriegstüchtig" zu werden, wie es Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius so ungeniert formulierte. Dass es vielmehr darum geht, friedenstüchtig zu werden – in jeder Hinsicht. Ein Buch, das für jeden Deutschen (und alle anderen Europäer ebenso) zur Pflichtlektüre werden sollte. 

Allein – es steht zu befürchten, dass genau das Gegenteil passiert: dass es weitgehend verschwiegen und ignoriert wird. Bisher – und es ist nun schon seit fast zwei Wochen im Handel – wurde das Buch jedenfalls noch in keinem der "Leitmedien" besprochen. Diese sind sonst ja doch sehr schnell bei der Hand, wenn es um Vorabdrucke oder Rezensionen zum Erscheinungstermin geht. Dass das hier nicht interessiert, ist allerdings nicht weiter verwunderlich. Denn was Günter Verheugen und Petra Erler hier auf über 300 Seiten zusammengetragen haben, steht im Gegensatz zu dem, was heute in Deutschland die weithin verbreitete Mainstream-Meinung darstellt. Es konterkariert die gebetsmühlenhaft wiederholte Geschichte vom bösen Russland, das die Ukraine unterjochen möchte, um sich letztlich das ganze freiheitliche Europa einzuverleiben. Es blättert die vielschichtige spannende Vorgeschichte der vergangenen 50 Jahre auf, in denen sich Russland seit dem Fall der Mauer anfangs immer mehr an Europa angenähert hat (man denke nur an die denkwürdige Rede von Putin im Deutschen Bundestag 2001), sogar gleichberechtigtes Mitglied der NATO werden wollte, aber dann rüpelhaft und hochnäsig von den USA und anderen europäischen Machthabern abgewiesen und nicht selten geradezu beschämt wurde (man erinnere sich nur an den Spruch von Barack Obama über Russland als "Regionalmacht"). 

Niemand wird sagen können, das sei alles Geschichtsklitterei oder an den Haaren herbeigezogen. Allein der Anhang umfasst 28 Seiten penibel dokumentierte Quellenhinweise. Günter Verheugen und Petra Erler haben sich ihre Analyse nicht aus den Fingern gesaugt. Beide Autoren sind zudem schon aufgrund ihres beruflichen Werdegangs über jeden Zweifel erhaben, was ihre Kompetenz und Seriosität betrifft. Günter Verheugen (geb. 1944) war lange Zeit Abgeordneter des Deutschen Bundestages (zuerst für die FDP, nach deren Wechsel von der sozialliiberalen Koalition in die Regierung Helmut Kohl im Jahr 1982 für die SPD) und von 1998 bis September 1999 unter der rot-grünen Schröder-Regierung Staatsminister im Auswärtigen Amt. Anschließend wechselte er als EU-Kommissar für die EU-Erweiterung (ab 2002 auch für die Europäische Nachbarschaftspolitik) nach Brüssel; von 2004 bis 2010 war er Vizepräsident der EU-Kommission und zuständig für Unternehmen und Industrie. Ab 2007 war er europäischer Co-Vorsitzender des Transatlantischen Wirtschaftsrats. Heute ist Verheugen Honorarprofessor an der Europa-Universität Viadrina, Autor und Publizist.

Petra Erler (geb. 1958) wuchs in der DDR auf und promovierte am Institut für Internationale Beziehungen an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam. Seit 1999 arbeitet sie mit Günter Verheugen zusammen und fungierte von 2006 bis 2010 als dessen "Kabinetts-Chefin". Seit 2010 leitet sie ein Strategieberatungsunternehmen in Potsdam. 

Nach der Lektüre dieses Buches versteht man besser, was Putin dazu verleitet haben mochte, den Angriffskrieg auf die Ukraine loszutreten. Vor allem wird klar, welchen Anteil der Westen daran hatte und immer noch hat. Man versteht, was hier schiefgelaufen ist, und mit welcher Arroganz und Ignoranz der Westen sich gegenüber Russland über Jahrzehnte hinweg geriert hat. Man versteht all die Hintergründe, auf die es ankommt, wenn man den verhängnisvollen Krieg in der Ukraine in das Weltgeschehen einordnen möchte. Und es wird klar, dass dieser Konflikt mit kriegerischen Mitteln ganz sicher nicht gelöst werden kann. Sondern dass vielmehr gerade das Gegenteil notwendig wird: eine Verständigung auf internationaler Ebene.

Dieses Buch ist deshalb ein grandioses Plädoyer für den Frieden und für mehr Verständigung zwischen den Völkern und auch zwischen den führenden Politikerinnen und Politikern aller Länder. Ein Buch, das in jeden Haushalt gehört. Und vor allem in die Schulen, in den Geschichtsunterricht der Mittel- und Oberstufe. Als Resümee sei hier der Schluss des Buches zitiert: 

"Weder in den USA noch in Deutschland hat sich die Einsicht Bahn gebrochen, dass es nicht möglich ist, Russland zu besiegen, ohne den Dritten Weltkrieg zu führen, wie eine Gruppe ehemaliger Nachrichtendienstmitarbeiter aus den USA aufführt. Ein solcher Krieg muss mit allen Mitteln vermieden werden, wenn man nicht die ganze Welt zum Schicksal Karthagos verdammen will. Aber es scheint, als wäre die westliche Politik blind dafür. Die auch bei uns gängige Behauptung, wenn die Ukraine mangels Unterstützung militärisch verliere, bestünde die Gefahr eines russischen Angriffs auf die NATO, entbehert jeder Grundlage. 

Der CIA-Direktor William Burns hat jüngst in Erinnerung gerufen, wie die US-Interessenlage ist: Russland ist nur das Vorspiel, der eigentliche Gegner heißt China. Die USA, sprich die NATO, können es sich nicht leisten, gegenüber China schwach zu erscheinen. Wer fest an der Seite der Ukraine steht, trifft Vorsorge für einen möglichen chinesischen Griff nach der Weltherrschaft. Nur China ist der Rivale, der die USA als Hegemon verdrängen kann. In dem Fall muss man Burns zustimmen. Immer geht es aus Sicht der USA um ihre globale Dominanz. Dem wird alles andere untergeordnet: das Schicksal Deutschlands und Europas, einschließlich der Ukraine, einschließlich Russlands. Wollen wir direkt in den Krieg gegen Russland ziehen, um China abzuschrecken, falls die Ukraine militärisch am Verlieren ist? Darauf läuft alles hinaus. 

Unter solchen Bedingungen trampelt man nicht wie ein deutscher Elefant im Porzellanladen herum, sondern müsste innerhalb der EU, aber auch international alles tun, um den aktuellen Krieg in der Ukraine umgehend zu beenden und sich dann um Versöhnung in Europa zu bemühen. Damit Verständigung entsteht und Frieden. Wir sind nicht zur Gegnerschaft oder gar Feindschaft mit irgendeinem Land der Welt verdammt. Wie das ausgeht, wissen wir aus der Geschichte. Wir sollten von uns selbst erwarten, dass ein ganz praktisches und stetes Bemühen um Frieden das deutsche Markenzeichen in der Welt ist. So will es das Grundgesetz. Eine Vasallenrolle ist dort genauso wenig festgeschrieben wie die verheerende Ansicht, Russland sei der ewige Feind." 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. 

Günter Verheugen und Petra Erler: Der lange Weg zum Krieg
Russland, die Ukraine und der Westen – Eskalation statt Entspannung 
336 Seiten 
WIlhelm Heyne Verlag, München 
24 Euro

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Die befreite Tochter

Das Kind eines berühmten Vaters zu sein, kann eine ziemliche Bürde sein. Und es lässt sich nur ahnen, was es bedeutet haben muss, die Tochter von Sigmund Freud zu sein. Jetzt hat sich der Tiefenpsychologe und Autor Tom Saller des Themas angenommen und einen Roman geschrieben. Darin unterstellt er Anna Freud, die nie geheiratet hat und mit der Kinderpsychoanalytikerin Dorothy Tiffany Burlingham (Tochter des Glaskünstlers und Juweliers Louis Comfort Tiffany) zusammenlebte, ein frühes Verhältnis mit einem kriegsversehrten Mann, das jedoch keine Zukunft hat, auch weil sie selbst im Rahmen einer Lernanalyse bei ihrem Vater undercover an der Behandlung des Mannes beteiligt war.

Jahre später, 1938, muss Sigmund Freud mit seiner Familie vor den Nazis fliehen, und hier spielt eben dieser ehemalige Soldat mit Namen Stadlober eine Schlüsselrolle – ist er doch inzwischen SS-Führer und Erster Vizebürgermeister der Stadt. Anna Freud verfügt über die Unterlagen, die ihn gerade in dieser Funktion kompromittieren und seine Karriere kosten könnten – die Aufzeichnungen ihres Vaters und auch ihre eigenen über seine Behandlung. Sie sind das Faustpfand, das dazu führt, dass die gesamte Familie Freud nach London ausreisen kann. Anna Freud befreit sich im Laufe ihrer eigenen beruflichen und privaten Entwicklung von ihrem Vater – auch das schildert dieser Roman. 

Das ist alles zweifellos sehr unterhaltsam und spannend aufgeschrieben. Und natürlich steht es einem Schriftsteller zu, sich fiktive Ereignisse und Begegnungen auszudenken, um einen bestimmten Sachverhalt oder die Entwicklung seiner Figuren glaubhaft zu machen. Ein Roman ist ein Roman ist ein Roman ... Zwischendurch beschleicht einen aber als Leserin auch das seltsame Gefühl, dass sich da ein Mann (der Autor) in vielleicht doch nicht ganz zulässiger Weise einer Frau (Anna Freud) bemächtigt, zwar durchaus wohlwollend-liebevoll, aber eben doch in einer übergriffigen Art und Weise. Man fragt sich auch, warum es einer solchen Konstruktion bedarf, um die genannten Themen zu bearbeiten. Und so bleibt bei allem Respekt für die schriftstellerische Virtuosität ein etwas schaler Nachgeschmack. 

Und noch eine Anmerkung am Rande: Dass der Verlag nicht in der Lage ist, eine sorgfältige Rechtschreibkorrektur zu veranlassen und die unsäglich unsinnigen Trennungen auszumerzen (z.B. Stad-lober, Stadlo-ber ...), ist mal wieder ein Zeichen für die heute leider weitverbreitete Schlampigkeit im Lektorat. 

 

Tom Saller: Ich bin Anna. 
Roman, 256 Seiten
Kanon Verlag 
24 Euro

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Der Tausendsassa unter den Brotbackbüchern

Lutz Geißler ist allen Hobbybäckern bestens bekannt: Er gilt als der "Brotpapst" schlechthin, sein "Plötzblog" gehört zu den ergiebigsten Quellen für Brotrezepte und überhaupt für Informationen rund um Brot und Brötchen aller Couleur. Vor kurzem hat Lutz, dessen Bücher allesamt Bestseller sind, nun ein geniales neues Werk publiziert: "Die neue Brotbackformel". Es ist eine Art Tausendsassa unter den Brotbackbüchern, denn es passt sich den jeweiligen Möglichkeiten auf ideale Weise an. Denn wer kennt sie nicht, die Situation, dass man mit Schrecken feststellt: Kein Brot mehr im Haus. Oder: Das, was noch da ist, ist verschimmelt. Für solche Fälle weiß Lutz Geißler Rat: Aus einem Grundteig - wahlweise mit hellem, dunklem Weizenmehl, Dinkel- oder Vollkornmehl angesetzt - lassen sich 50 verschiedene Brotsorten backen. Da ist wirklich für jede Gelegenheit etwas dabei – leicht und luftig oder kräftig-herzhaft, süß, neutral oder salzig. 

Da - ausnahmsweise - nicht mit Sauerteig gearbeitet wird (was sonst Lutz' Leidenschaft ist), eignet sich dieses Buch gerade für Neueinsteiger, die noch nicht viel Erfahrung mit dem Brotbacken haben. Mehl und Hefe (ob getrocknet oder frisch) sollte man ohnehin immer im Haus haben. Und selbst gebackenes Brot schmeckt einfach besser als das industriell hergestellte (Bäcker, die ihr Brot handwerklich sauber noch selbst backen, kann man in Deutschland ohnehin mit der Lupe suchen). 

Das Buch ist modular aufgebaut, so dass man auf der Basis eines Grundteiges je nach Lust und Laune und zeitlichen Möglichkeiten viele verschiedene Brote und Brötchen bis hin zu Süßigkeiten und Flammkuchen backen kann. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit vielen Fotos machen es auch Unkundigen einfach, ein gutes Ergebnis hinzubekommen. Schon beim Durchblättern bekommt man sofort Lust, eines der vielen Rezepte nachzubacken. Dieses Buch sollte in keiner Küche fehlen. 

Lutz Geißler: Die neue Brotbackformel
288 Seiten, Hardcover, 34 Euro
direkt bestellen beim Becker, Joest, Volk Verlag

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